Jahresmagazin 2025 Neues CNC-Gebäude Showroom für Hightech Vertiefte Berufsorientierung Richtungweisendes Modellprojekt Networking und Beratung Angebote für Mitgliedsfirmen
Neuer Name, neues Logo Auf der Höhe der Zeit, in der Region verankert: Das signalisiert der AGV mit der Modernisierung von Namen und Logo. Unser neuer Name „Arbeitgeberverband Remscheid und Bergisches Land“ spiegelt sowohl die regionale Zuständigkeit als auch die fachliche und moderne Ausrichtung des Verbandes wider. Der bisherige, etwa 80 Jahre alte Name war nicht mehr zeitgemäß. Die Schreibweise „Arbeitgeber-Verband“ erschwerte die Auffindbarkeit im Internet und der Begriff „Umgebung“ gab unseren tatsächlichen Wirkungsbereich nur unspezifisch wider. Durch die Ergänzung „Bergisches Land“ im neuen Namen soll zudem die enge Partnerschaft mit unseren Dienstleistungspartnern BZI (Berufsbildungszentrum der Industrie) und BAZ (Betriebsarztzentrum) Bergisches Land unterstrichen werden. Impressum Herausgeber: Arbeitgeberverband Remscheid und Bergisches Land e. V. Elberfelder Str. 77 42853 Remscheid www.agv-rs.de © 2025 IW Medien GmbH, Köln · Berlin Konrad-Adenauer-Ufer 21 50668 Köln Druck: Warlich Druck Meckenheim GmbH, Meckenheim Redaktion: Christian Klauder, Stephan Hochrebe Autoren: Michael Aust (Vertiefte Berufsorientierung, Neues CNC-Gebäude), Werner Grosch (BZI und Dirostahl), Stephan Hochrebe (ERA-Arbeitskreis, Interview Dr. Diederichs), Ursula Hellenkemper (Schlussredaktion) Titelfoto: IWM/Daniel Roth; (v. l.) David Sulkowski von der Firma Robert Röntgen und Friederich vom Grafen von der Firma Hazet an einem Hochleistungs-Bearbeitungszentrum für anspruchsvolle 5-Achsen-Bearbeitungen. Die Maschine ist Teil der topmodernen Geräteausstattung im Remscheider Berufsbildungszentrum BZI. Dessen vielfältige Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen macht der AGV als wichtiger Mitfinanzierer des BZI erst möglich. Weitere Fotos: AGV (18), IWM/Daniel Roth (3-6, 10-13, 15), IWM/Peter Wirtz (8, 9), KNEBES/Remscheid (15), Malte Reiter Fotografie (14)
arbeitgeberverband remscheid und bergisches land 3 Inhalt Vertiefte Berufsorientierung Modellprojekt will Schüler für duale Ausbildung begeistern 4 Mitgliederversammlung 2024 8 Networking und Beratung Ob ERA oder Arbeitsrecht – der AGV hilft weiter 10 BZI, AGV und Dirostahl Gute Ideen für den Fachkräftenachwuchs 12 Dr. Roman Diederichs im Interview „ Die Chance zum neuen Aufschwung nutzen“ 14 Neubau CNC-Gebäude für das BZI Mehr Platz für Maschinen – und ein Showroom für die Industrie 15 Pressesplitter 16 AGV modernisiert Online-Angebot 18 Organisationsstruktur des Verbandes 19 Vertiefte Berufsorientierung Networking und Beratung So geht Fachkräftesicherung Neues CNC-Gebäude für BZI 15 10 12 4
4 Berufe ausprobieren und dabei gecoacht werden: So etwas gab es für Schüler noch nie.
arbeitgeberverband remscheid und bergisches land 5 Vertiefte Berufsorientierung Modellprojekt will Schüler für duale Ausbildung begeistern Niklas Stolz feilt gerade an einem Krokodil. „Das soll ein Kettenanhänger werden“, sagt der 16-Jährige und nimmt das Werkstück aus Aluminium zwischen Daumen und Zeigefinger. Zuerst habe er sich ein Muster ausgesucht, es auf eine Alu-Platte geklebt und anschließend die Form gemeinsam mit einem Coach aus dem Metall geschnitten. „Jetzt arbeite ich daran, es zu entgraten“, berichtet der Jugendliche. Enes Aydogan nickt anerkennend. „Erst sind Schüler oft ängstlich, weil sie nicht wissen, was sie erwartet“, sagt der Industriemeister, der als Ausbilder im Metallbereich des Berufsbildungszentrums der Industrie (BZI) in Remscheid arbeitet. „Haben sie sich dann rangetraut, macht es ihnen richtig Spaß.“ Durch Ausprobieren Lust auf eine Ausbildung bekommen: Das ist das Konzept der „Vertieften Berufsorientierung“, einem neuen Modellprojekt des BZI. Finanziert wird es vom Arbeitgeberverband Remscheid und Bergisches Land (siehe Interview Seite 6), der Agentur für Arbeit, dem Rotary-Club Remscheid-Lennep und der WurmStiftung. 60 Neuntklässler aus vier Remscheider Schulen bekommen dabei über ein Jahr lang ein umfassendes Coaching in Sachen duale Ausbildung. Das Projekt verläuft in drei Phasen: In einer Orientierungsphase kommen BZI-Pädagogen alle 14 Tage ins Klassenzimmer und unterstützen die Jugendlichen dabei, sich mit ihren Stärken und beruflichen Wünschen auseinanderzusetzen. In der Praxisphase probieren sich die Schüler eine Woche lang im BZI in Tätigkeiten aus Metall- und Elektroberufen aus. In der dritten Phase schließlich gehen die Coaches wieder in die Schulen und helfen bei Bewerbungen oder der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Immer weniger Auszubildende Dass Coaches Schüler in einer Berufsorientierung über zwei Schulhalbjahre engmaschig begleiten, ist neu. Die Idee dazu entstand während eines Netzwerk-Treffens im BZI im November 2023. „Das war eine Art WachrüttelVeranstaltung“, erinnert sich BZI-Geschäftsführer Alexander Lampe. „Wir mussten damals feststellen, dass leider immer weniger Schülerinnen und Schüler in eine duale Ausbildung gehen. Das haben wir in einem Treffen mit der Wirtschaftsförderung, unserem Gesellschafter und Partnern offensiv zum Thema gemacht – und das war der Ursprung des Projekts.“ Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit entstand in den Monaten danach ein Konzept. „Als dann die Förderung stand und vier Schulen bereit waren, mitzumachen, sind wir Anfang 2025 gestartet“, sagt Lampe. BZI-Projektleiterin Anna Dörschler hat das pädagogische Konzept in engem Kontakt mit den Schulen erarbeitet. „Wir haben uns ausgetauscht: Was braucht ihr? Was können wir anbieten? Klar war: Im Vordergrund sollte ein enges, begleitendes Coaching stehen. Wir wollten Schülerinnen und Schüler an die Hand nehmen und nicht einfach durch eine Pflichtveranstaltung schleusen“, sagt die Diplom-Pädagogin. Solch ein Vorgehen sei in der Berufsvorbereitung einzigartig, lobt Geschichtslehrer Mathias Heidtmann, der das Projekt an der Nelson-Mandela-Sekundarschule in Remscheid betreut. „Normalerweise bekommen Schülerinnen und Schüler in der Berufsorientierung nur Standardelemente geboten. Das heißt: Man hat in einer Klasse Das BZI: Leuchtturm in der Bildungslandschaft Das Berufsbildungszentrum der Industrie (BZI) ist Bildungsdienstleister des Arbeitgeberverbandes Remscheid und Bergisches Land. Rund 250 Firmen jährlich nutzen das BZI als dritten Lernort neben Betrieb und Berufsschule für den gewerblich-technischen Nachwuchs: Durchschnittlich mehr als 170 Azubis lernen hier im ersten Ausbildungsjahr einen Metall- und Elektroberuf. Auch sonst bietet das BZI ein umfassendes Bildungsangebot. Einige Beispiele: In Kooperation mit Hochschulen der Region gibt es duale Studiengänge, die akademische und gewerblich-technische Ausbildung kombinieren. Jugendliche erhalten im BZI Berufsorientierung und Kurse zur Ausbildungsvorbereitung. Auch berufliche Weiterqualifizierungen sind möglich, etwa zum Industriemeister oder Technischen Betriebswirt. Finanziert wird das „Kompetenzzentrum Technik & Wirtschaft Bergisches Land“ – so der BZI-Claim – maßgeblich durch den Arbeitgeberverband. Dieser ist, ebenso wie die Bergische IHK, auch Träger des Berufsbildungszentrums. bzi-rs.de
6 30 Kinder – und alle machen ein Praktikum oder bekommen eine Nachbesprechung.“ Auf individuelle Wünsche und Begabungen einzugehen, sei in solch einem Setting schwer möglich. „Es gibt Schüler, die machen ihr Pflichtpraktikum in einer Autowerkstatt, weil sie Kfz-Mechatroniker werden wollen“, berichtet Heidtmann. „Dann kommen sie zurück und sagen: Wir haben drei Wochen lang nur gefegt und Reifen geschleppt. Mein Eindruck ist: So werden wir Jugendliche wahrscheinlich nicht für eine Ausbildung motivieren.“ Dazu brauche es eine enge Begleitung. Die Ausbildung anfassbar machen Hinzu kämen Schwellenängste, glaubt der Geschichtslehrer: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man auf dem Weg, Jugend in Ausbildung zu bekommen, ganz viele Hemmnisse überwinden muss.“ Dass sich so viele Jugendliche etwa nach Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife dazu entscheiden, weiter zur Schule zu gehen, liege oft an ihrer Unsicherheit. „Die Schüler kennen das Konzept Schule. Was aber in einer Ausbildung passiert, können sie nicht einschätzen.“ Und was man nicht kenne, mache oft erst mal Angst. So sieht das auch BZIGeschäftsführer Lampe: „Durch das begleitende Hinführen haben wir eine viel größere Chance, Jugendliche für den Weg in eine duale Ausbildung zu begeistern.“ Sich ein paar Stunden lang einen Betrieb anzuschauen und eine CNC-Maschine zu bestaunen, reiche dafür nicht. „Wir wollen die Ausbildung anfassbar machen“, sagt Lampe. Amin Makach hat in seinem Leben noch nie eine Werkhalle betreten. Jetzt arbeitet der 15-Jährige schon seit einer Stunde gemeinsam mit seinen Klassenkameraden an der Werkbank – und ist begeistert. „Uns wurde erst mal alles gezeigt: wie man Sachen schleift und mit Maschinen arbeitet“, berichtet der Jugendliche. Er sei „positiv überrascht“ und könne sich „wirklich vorstellen“, sich nach dem Abschluss in dem Bereich zu bewerben. „Viele Jugendliche haben das Bild im Kopf: Industrie ist anstrengend“, sagt Ausbilder Aydogan. Ein Aha-Erlebnis, das viele BZI-Ausbilder aus ihrem eigenen Erleben kennen. Auch deren Elternhäuser haben oft gewarnt: „Geh nicht in den Metallbereich! Da arbeitet man körperlich.“ Was wenige Schülerinnen und Schüler wissen: „Der Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie Innovationen haben in den vergangenen Jahrzehnten dafür gesorgt, dass Facharbeiter kaum noch direkt körperlich arbeiten müssen“, sagt Aydogan. Und mit moderner Technik arbeiten, das mache vielen Jugendlichen doch großen Spaß. Am Gymnasium war das Interesse groß Nicht nur die Ausbilder am BZI, auch die Lehrkräfte der teilnehmenden Schulen investieren viel Herzblut in das Projekt. Mit dabei sind alle vier Schulformen in Remscheid: von der Nelson-Mandela-Sekundarschule über „So etwas gab es bisher nicht“ AGV-Geschäftsführer Christian Klauder über das neue Angebot der „Vertieften Berufsorientierung“ Warum engagiert sich der Arbeitgeberverband für das Modellprojekt? Viele Betriebe in unserer Region haben große Probleme, Auszubildende zu finden. Allein im vergangenen Jahr mussten ca. 200 Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Um das zu ändern, engagieren wir uns gern zusammen mit der Agentur für Arbeit, den Rotariern und der Wurm-Stiftung für dieses Projekt. Mit dem BZI haben wir ja auch einzigartige Möglichkeiten, bei der Berufsorientierung zu helfen. Der Verband ermöglicht bereits das Ausbildungsvorbereitungsjahr (AVJ). Was ist der Unterschied zum neuen Projekt? Mit der „Vertieften Berufsorientierung“ setzen wir früher an. Das AVJ will Jugendliche, die noch keine Ausbildungsreife haben, für einen Ausbildungsplatz qualifizieren. Mit dem neuen Projekt gehen wir direkt in die neunten und zehnten Klassen der weiterführenden Schulen. Das Ziel ist, Schülerinnen und Schüler frühzeitig für eine duale Ausbildung zu begeistern. Es gibt doch schon viele Angebote zur Berufsorientierung. Warum braucht es da noch eine „Vertiefung“? Weil trotz aller Firmenbesuche und Ausbildungsmessen viele Schülerinnen und Schüler keinen Bezug zur dualen Ausbildung haben. Viele wissen gar nicht, was für Berufe es in der Metall- und Elektroindustrie gibt – und das, obwohl wir in der Region sehr viele M+E-Unternehmen haben. Die Erfahrung zeigt, dass Tagespraktika und Ausbildungsmessen an dieser Situation leider nur wenig ändern. Die „Vertiefte Berufsorientierung“ setzt deshalb auf ein regelmäßiges Coaching der Jugendlichen direkt in den Schulen über einen längeren Zeitraum und das Angebot, Dinge selbst auszuprobieren. So etwas gab es bisher nicht. Begeistert vom Projekt: AGV-Geschäftsführer Christian Klauder.
arbeitgeberverband remscheid und bergisches land 7 die Ganztagshauptschule Hackenberg und die Alexander-von-Humboldt-Realschule bis zum Röntgen-Gymnasium. Für Schülerinnen und Schüler ist die Teilnahme freiwillig. „Wer Lust hatte und ein technisches Grundverständnis mitbringt, konnte sich anmelden“, sagt Mathias Heidtmann. Gerade am Gymnasium sei das Interesse groß gewesen, ergänzt Dörschler: „Dort gibt es nur wenige Angebote, die auf eine Ausbildung abzielen.“ Für die „Vertiefte Berufsorientierung“ schaufelten die Lehrkräfte extra Plätze im Stundenplan frei. Alle zwei Wochen kamen die BZI-Ausbilder für eine Art „Berufs-Unterricht“ in die Klassen. „Wir haben uns aufgeteilt, sodass die Schüler immer denselben Ansprechpartner hatten“, sagt BZI-Pädagogin Dörschler. Für die Praxiswoche wechseln die Schülerinnen und Schüler anschließend für fünf Tage ins BZI: Hier stehen zwei Tage Metall-Praxis, zwei Tage Elektro-Praxis und ein Tag Berufskunde auf dem Plan. „Am Ende machen alle eine kleine Prüfung und bekommen ein Zertifikat“, sagt Ausbilder Aydogan. „Das macht sich später auch gut in der Bewerbung.“ Bislang ist das Modellprojekt noch ein Versuchsballon. Die erste Runde ist planmäßig Anfang 2026 zu Ende. „Anschließend werden wir das Projekt evaluieren“, sagt BZI-Geschäftsführer Lampe. Ob der Pilot als Erfolg gilt, hängt im Wesentlichen von einer Zahl ab: Wie viele der Teilnehmenden gehen anschließend in eine duale Ausbildung? „Sind wir erfolgreich, könnten wir den Radius im nächsten Schritt vergrößern“, blickt Alexander Lampe voraus. Dafür wäre etwa ein Shuttle-Service zum BZI denkbar. Und die Macher denken sogar schon größer: „Wenn in zehn Jahren jemand zurückblickt und sagt, das war die Keimzelle für ein deutschlandweites, erfolgreiches Förderprogramm für die duale Ausbildung – das wäre natürlich ein Traum“, sagt Lampe. Ein Traum, der wahr werden könnte. Enrico Dragano, 14, hat gerade ein Loch für seinen Anhänger gebohrt. Ausbilder Enes Aydogan leitet ihn an. Mit Feile und Säge: Lehrer Mathias Heidtmann, BZI-Pädagogin Anna Dörschler und AGVGeschäftsführer Christian Klauder (von links) unterstützten die Schüler bei der Praxisphase im BZI.
8 Mitgliederversammlung 2024
arbeitgeberverband remscheid und bergisches land 9 Besuch aus Berlin bei der Mitgliederversammlung 2024 des Arbeitgeberverbandes Remscheid und Bergisches Land: Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, erhielt für seinen engagierten und unterhaltsamen Vortrag zur Entwicklung des Arbeitsmarkts viel Applaus. Rund 100 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie weitere Gäste waren im Juni ins Schützenhaus gekommen. Vollzogen wurde bei dieser Gelegenheit auch der Stabwechsel im AGV-Vorstand: Dr. Roman Diederichs, Geschäftsführender Gesellschafter der Karl Diederichs GmbH & Co. KG, ist seither Vorsitzender. Er folgte auf seinen langjährigen Vorgänger im Amt, Dr. Marcus Jankowski, Geschäftsführer der Robert Röntgen GmbH & Co. KG.
10 Networking und Beratung Ob ERA oder Arbeitsrecht – der AGV hilft weiter Auf große Nachfrage bei den Mitgliedsunternehmen stoßen die Informations-, Beratungs- und Networkingangebote des Arbeitgeberverbandes – so auch der ERAArbeitskreis. Der hatte im Februar 2025 mit Bettina Dahlmann eine gefragte Expertin zu Gast. Die Direktorin des Arbeitsgerichts Wuppertal erläuterte die oft kniffeligen Fragen und Problemstellungen der Eingruppierung von Beschäftigten nach den Bestimmungen des Entgeltrahmenabkommens der Metall- und Elektroindustrie NRW (ERA) aus richterlicher Sicht – ein echter Zugewinn für die anwesenden Arbeitskreis-Teilnehmer, allesamt Personal- und betrieblich Verantwortliche aus den Mitgliedsunternehmen. Ob bei Fragen zum Arbeits- und Sozialrecht oder aus dem Bereich der Arbeitswirtschaft – Mitgliedsunternehmen können auf fundierte Unterstützung durch ihren Arbeitgeberverband zählen. Oft im Fokus stehen Vergütungsthemen: Wie werden Beschäftigte eingruppiert, was ist bei der Erstellung der für die Eingruppierung maßgeblichen Arbeitsplatzbeschreibung zu berücksichtigen? Was ist bei der regelmäßig fälligen Leistungsbeurteilung von Beschäftigten zu beachten? Und worauf kommt es in Streitfällen an? Anhaltender Beratungs- und Austauschbedarf Genau um solche Fragen geht es beim ERA-Arbeitskreis, der sich viermal jährlich trifft. „Rund um das Thema ERA gibt es nach wie vor und immer wieder Beratungs- und Austauschbedarf“, berichtet Volker Flatten, Rechtsanwalt des Verbandes, von einem anhaltend hohen Teilnahmeinteresse. ERA steht für das Entgeltrahmenabkommen der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalens. Es wurde vor mehr als 20 Jahren für die tarifgebundenen Betriebe dieses größten heimischen Industriezweigs eingeführt und löste frühere Tarifregelungen ab, die nicht mehr zeitgemäß waren. Vereinfacht gesagt sollen seither alle Arbeitsplätze in einem Betrieb nach einheitlichen und objektiven Kriterien bewertet und eingestuft werden. „Obwohl das ERA schon länger angewendet wird – in der täglichen Praxis stellen sich immer wieder komplexe Fragestellungen im Zusammenhang mit Stellenbeschreibungen und daraus Gefragtes Angebot: Der ERA-Arbeitskreis des Arbeitgeberverbandes trifft sich viermal jährlich – und stößt auf hohes Interesse bei Personal- und betrieblich Verantwortlichen aus Mitgliedsunternehmen.
arbeitgeberverband remscheid und bergisches land 11 resultierenden Bewertungen“, konstatiert Verbandsjurist Jan-Daniel Külken. Kein Wunder, dass beim ERA-Arbeitskreis zum Jahresauftakt alle Plätze belegt waren: Gekommen war Bettina Dahlmann, langjährige Arbeitsrichterin, Direktorin des Arbeitsgerichts Wuppertal, Vorsitzende in tariflichen Einigungsstellen und als solche allseits anerkannte ERAExpertin. Eine Einigungsstelle wird bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder Betriebsrat konsultiert, wenn der Konflikt nicht auf betrieblicher Ebene gelöst werden kann, und soll möglichst eine außergerichtliche Schlichtung herbeiführen. Dahlmann stand den Arbeitskreis-Mitgliedern für einen lebendigen Austausch rund um ERA zur Verfügung und gab spannende Praxiseinblicke in ihre langjährige Tätigkeit als Arbeitsrichterin und als Einigungsstellenvorsitzende. Klar wurde: In den Betrieben geht es in Sachen ERA eigentlich um ganz sachliche Themen. „Doch daraus können sich heikle Fragen etwa zur persönlichen Wertschätzung entwickeln – etwa, wenn Arbeitsplätze plötzlich nicht mehr so eingestuft werden, wie Beschäftigte es gewöhnt waren“, schildert Bettina Dahlmann eine häufigere Streitursache. „Manchmal ist es dann einfach besser, wenn die Betriebsparteien einen unbeteiligten Dritten wie mich hinzuziehen können.“ Derartigen Konflikten kann man aber auch vorbeugen. Bei einer Neubewertung von Arbeitsplätzen etwa empfiehlt die Expertin, das Vorgehen vorab mit dem Betriebsrat zu besprechen und sich dann jeden einzelnen Arbeitsplatz genau anzusehen: „Gehen Sie zu den einzelnen Beschäftigten, lassen Sie sich genau erklären, was die machen – legen Sie das nicht abstrakt am Schreibtisch fest!“ „Zusätzliche Sicherheit durch AGV-Unterstützung“ Ist eine Tätigkeit für einen bestimmten Arbeitsplatz prägend, wenn lediglich hin und wieder ein Azubi betreut wird? Wie geht man mit hohen Erwartungen von Beschäftigten um, die langjährige Berufserfahrung aufweisen? Spielt das für die Einstufung des Arbeitsplatzes eine Rolle? Wie viel Zeit sollte man einer neuen Führungskraft geben, bis sie ihre Rolle wirklich gefunden hat? Zu solchen und vielen weiteren Fragen aus der Teilnehmerrunde gab es wertvolle Hinweise. „Der Arbeitskreis ist ein vertrauenswürdiger Rahmen zum gegenseitigen Austausch“, lobt Sira Pilz, Personalentwicklerin und Ausbildungsleiterin der Firma Ortlinghaus Werke GmbH in Wermelskirchen. „Man kann immer wieder auch eigene Themen und Fragen mitbringen und mit erfahrenen Kollegen und Experten diskutieren.“ Auch die weiteren Service-Angebote des Arbeitgeberverbandes seien von hohem Nutzwert: „Man bekommt immer sehr schnell eine hilfreiche Antwort.“ Stefanie Zobel, Personalreferentin bei Ortlinghaus, stimmt zu: „Ob es um rechtliche Absicherung bei einem Arbeitsvertrag geht oder um Beratung zu alltäglichen Themen wie beispielsweise neue Betriebsvereinbarungen – der Verband hilft immer weiter.“ „Die Unterstützung durch den Arbeitgeberverband bietet zusätzliche Sicherheit“, hebt Jürgen Weber hervor, Betriebsleiter bei der Firma August Berghaus GmbH & Co. KG in Remscheid. Das sei schon im Jahr 2005 so gewesen, als die Verbandsjuristen im Unternehmen bei der damaligen ERA-Einführung unterstützten. Und das gelte auch heute, wenn es beispielsweise um Entgelt-Zulagen, Umgruppierungen oder Neueinstellungen geht. Weber: „Man bekommt sofort die Information, die man braucht. Ein Anruf genügt.“ Mitgliedsunternehmen erreichen die Experten des Arbeitgeberverbandes telefonisch unter: (02191) 43844 Bettina Dahlmann, Direktorin des Arbeitsgerichts Wuppertal, mit (v. l.) den AGV-Rechtsanwälten Jan-Daniel Külken und Volker Flatten sowie Geschäftsführer Christian Klauder. Schulungen des Arbeitgeberverbandes Der Arbeitgeberverband bietet seinen Mitgliedsfirmen alle Arten von Schulungen an. Diese können inhouse in der Mitgliedsfirma oder im Industriehaus an der Elberfelder Straße durchgeführt werden, als Stunden- wie auch als mehrtägige Ganztagsveranstaltungen, in Präsenz, online oder hybrid. Auch eine gemeinsame Schulung mehrerer Mitgliedsfirmen ist möglich. Inhaltlich kommen alle Themenbereiche des Arbeits- und Sozialrechts sowie der Arbeitswirtschaft in Betracht (unter anderem Arbeitszeit, Arbeitssicherheit, Vergütungssysteme). Die Schulungsinhalte werden individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse der Mitgliedsfirma zugeschnitten. Alles ist bereits durch den Mitgliedsbeitrag abgedeckt, Mitgliedsfirmen entstehen keine weiteren Kosten, selbst bei mehreren Schulungen im Jahr.
12 Für die Wirtschaft im Bergischen ist seit Langem klar: Sie muss in Sachen Fachkräftesicherung selbst das Heft in die Hand nehmen – sie darf sich nicht allein etwa auf Initiativen der Politik verlassen. Ein Top-Beispiel für das, was getan wird, ist das Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie, dessen Gesellschafter der Arbeitgeberverband von Remscheid und dem Bergischen Land ist: Das BZI ist die größte Aus- und Weiterbildungseinrichtung in der gesamten Region – und gilt deutschlandweit als Leuchtturm in der Bildungslandschaft. Wie wichtig das BZI für die heimische Wirtschaft ist, unterstreicht ein Blick auf den Arbeitsmarkt: Der schwächelt derzeit zwar spürbar, dennoch fehlen allein in Nordrhein-Westfalen rund 80.000 qualifizierte Fachkräfte. Die Situation wird sich durch den Renteneintritt der vielen „Baby-Boomer“ noch spürbar verschärfen: So werden im Bergischen Städtedreieck binnen zehn Jahren mehr als 25 Prozent der Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Kein Wunder, dass knapp 70 Prozent der Unternehmen erwarten, dass sie der Personalmangel infolge des demografischen Wandels künftig stark beeinflussen wird. Das ergab jüngst eine Firmenbefragung durch das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Unterstützung für Berufsstarter Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass immer wieder auch Bildungsexperten und Politiker das BZI besuchen – darunter auch der Arbeitsminister des Landes NRW, Karl-Josef Laumann. Im Rahmen seiner „Fachkräftetour“ im Oktober 2024 führte er Gespräche mit Ausbildenden und Jugendlichen. Besonders beeindruckt zeigte sich Laumann vom „Ausbildungsvorbereitungsjahr“. Beim AVJ, das der AGV komplett finanziert, werden junge Menschen, denen es noch an Ausbildungsfähigkeit fehlt, auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet. Gestartet war das AVJ vor gut zehn Jahren als soziales Projekt. Bislang wurden auf diesem Weg nahezu 200 J nahezu 200 Jugendliche fit gemacht für eine berufliche Ausbildung im gewerblichtechnischen Bereich. Viele der Absolventen haben schon Überzeugt: NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (l.) war beeindruckt von den Qualifizierungsangeboten des Berufsbildungszentrums der Industrie. Begleitet wurde er von BZI-Geschäftsführer Alexander Lampe (2. v. l.) und AGV-Geschäftsführer Christian Klauder. BZI, AGV und Dirostahl Gute Ideen für den Fachkräftenachwuchs
arbeitgeberverband remscheid und bergisches land 13 Werkrundgang bei Dirostahl (v. r.): Dr. Roman Diederichs (Geschäftsführender Gesellschafter) Christian Klauder, Karl-Josef Laumann und Markus Lüke (Geschäftsführer). vor Ende des AVJ einen Ausbildungsvertrag in der Tasche, betonte BZI-Geschäftsführer Alexander Lampe: „Wir haben in den vergangenen Jahren eine 100-prozentige Quote beim Übergang in die Ausbildung.“ Arbeitsminister Laumann lobte: „Das AVJ ist eine starke Maßnahme, die man kaum besser machen könnte.“ Neu ist das BZI-Angebot „Vertiefte Berufsorientierung“: Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen erhalten die Möglichkeit, sich frühzeitig und intensiver auf ihre Berufswahl vorzubereiten (mehr ab Seite 4). Freie Ausbildungsplätze, hoher Qualifizierungsbedarf Beim anschließenden Fachkräftekongress im BZI diskutierte Karl-Josel Laumann intensiv mit Unternehmerinnen und Unternehmern sowie mit Auszubildenden, wie Jugendliche frühzeitig für gewerblich-technische Berufe begeistert werden können. Denn: Zwar hat das Interesse junger Menschen an einer Berufsausbildung in letzter Zeit wieder zugenommen. Trotzdem sind immer noch viele Ausbildungsplätze im Bergischen wie auch im gesamten Bundesgebiet unbesetzt. Gleichzeitig gibt es eine hohe Zahl junger Menschen ohne berufliche Qualifikation: Laut aktuellem Berufsbildungsbericht der Bundesregierung haben bundesweit fast 2,9 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren weder Ausbildung noch Studium abgeschlossen – müssen also typischerweise mit Helfertätigkeiten vorliebnehmen. Obendrein ist die Abbrecherquote in der Berufsausbildung mit fast 30 Prozent sehr hoch. Zahlen wie diese unterstreichen, wie wichtig die passgenauen Angebote des BZI sind, von denen letztlich alle Beteiligen profitieren. Dirostahl: Ausbildungsbetrieb seit 100 Jahren Die „Fachkräftetour“ führte den Arbeitsminister auch zur Karl Diederichs GmbH & Co. KG, die zuletzt mit dem Bergischen Ausbildungspreis ausgezeichnet worden war. Die beiden Geschäftsführer Dr. Roman Diederichs und Markus Lüke führten den Minister durch verschiedene Bereiche des Lüttringhauser Unternehmens. Seit fast 100 Jahren ist der Hersteller von Schmiedeteilen mit bis zu 35 Tonnen Gewicht für den Maschinen-, Getriebe- und Anlagenbau tätig und ist seit mehreren Jahrzehnten Ausbildungsbetrieb. Mit einer kontinuierlichen Azubiquote von rund 8 Prozent bei rund 400 Beschäftigten ist Dirostahl einer der wichtigsten Ausbildungsbetriebe im Bergischen Land. So sichert sich das Familienunternehmen immer wieder aufs Neue das Fachpersonal, das es für den Erhalt seiner Wettbewerbsfähigkeit braucht. Die Herausforderungen dabei sind in den letzten Jahren allerdings nicht gerade geringer geworden (siehe Interview Seite 14).
14 Gespräch mit Dr. Roman Diederichs, Geschäftsführender Gesellschafter der Karl Diederichs GmbH & Co. KG und neuer Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Remscheid und Bergisches Land Herr Dr. Diederichs, einem bekannten Familienunternehmen wie Dirostahl sollte es leichtfallen, Fachkräftenachwuchs zu finden? Leider sind die Bewerberzahlen längst nicht mehr so hoch wie sie es vor Jahren waren – weil es weniger junge Menschen gibt, weil sich viele Schulabgänger erst einmal orientieren oder ein Studium beginnen. Dabei eröffnet eine betriebliche Ausbildung attraktive Chancen in gut bezahlten Berufen. Jedenfalls werben wir verstärkt für die Ausbildung bei uns – etwa auf Ausbildungsmessen und an Schulen. Viele Betriebe berichten zudem von mangelnder Ausbildungsfähigkeit Jugendlicher. Mangelnde Ausbildungsfähigkeit bei einigen Schulabgängern ist ein wichtiger Grund dafür, dass es vielen Unternehmen schwerfällt, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Um da etwas zu verbessern, müsste als Erstes an der schulischen Bildung gearbeitet werden. Die jungen Leute müssen die Schule in einem ausbildungsreifen Zustand verlassen! Das betrifft vor allem die Fähigkeiten in Fächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch. In einem zweiten Schritt … … muss im Rahmen der betrieblichen Ausbildung nachgebessert werden, was oft sehr mühselig ist. Wir im Bergischen haben zum Glück das BZI, das die Betriebe mit seinen vielfältigen und qualitativ erstklassigen Aus- und auch Weiterbildungsangeboten unterstützt. Der Schuh drückt den Betrieben auch an anderer Stelle? Ja, da sind – neben hohen Steuern und Sozialabgaben – die immer noch viel zu hohen Energiepreise insbesondere seit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Sie drücken die Wettbewerbskraft unserer Unternehmen entscheidend. Jetzt kommt es auf die neue Bundesregierung an: Die Frage einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung muss dringend verlässlich gelöst werden. Ansonsten wird gerade auch Nordrhein-Westfalen als Industriestandort gefährdet. Problematisch ist auch die überbordende Bürokratie: Sie kostet Deutschland bis zu 146 Milliarden Euro pro Jahr an Wirtschaftsleistung. Je kleiner die Unternehmen sind, desto gravierender fällt die Belastung auf. Alle Nachweis-, Dokumentations- und Berichtspflichten und Statistikmeldungen, alle ständigen Gesetzesänderungen, Datenschutzvorgaben und langwierigen Verwaltungsverfahren gehören endlich auf den Prüfstand. Im Außenhandel sorgt Donald Trump für viel neue Unsicherheit. Die USA sind seit Jahrzehnten der wichtigste Verbündete, aber auch Handelspartner Europas. Es wäre völlig falsch, wenn wir uns nun von den Amerikanern abwenden würden. Gleichwohl muss die Politik Europa wieder mehr Gewicht einräumen. Im mangelhaften europapolitischem Engagement lag sicherlich eines der schwersten Versäumnisse der Ampelkoalition. Schließlich ist unser Land politisch und wirtschaftlich auf Europa so angewiesen wie kein zweites. Dass die neue Bundesregierung hier wieder mehr tut, ist nicht nur geopolitisch geboten – es ist auch wichtig für die Betriebe und Beschäftigung hierzulande. Das gilt besonders für die Industrie? Klar ist: Um wieder mehr Fahrt aufnehmen zu können, braucht Deutschland eine starke Industrie. Sie bietet gut bezahlte Arbeitsplätze, legt die Grundlage für den Wohlstand in unserem Land. Die Voraussetzungen, zu alter Stärke zurückzufinden, sind nach wie vor da – hochqualifizierte Belegschaften, leistungsstarke Betriebe, eine funktionierende Sozialpartnerschaft. Jetzt brauchen wir auch eine Politik, die für einen echten wirtschaftspolitischen Aufbruch sorgt. Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag wichtige Impulse gesetzt, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Entscheidend ist deren konsequente Umsetzung und ein Mentalitätswechsel – Leistung muss sich wieder lohnen. Dann werden wir schon aus eigener Kraft wieder ein gutes Stück nach vorn kommen können. Interview „ Die Chance zum neuen Aufschwung nutzen“ „Betriebliche Ausbildung eröffnet Jugendlichen attraktive Chancen“, sagt Dr. Roman Diederichs.
arbeitgeberverband remscheid und bergisches land 15 Neubau des CNC-Gebäudes Mehr Platz für Maschinen – und ein Showroom für die Industrie Das Berufsbildungszentrum der Industrie (BZI) in Remscheid bekommt ein neues Gebäude für die Ausbildung an CNC-Maschinen. „Wir haben beschlossen, unser in die Jahre gekommene CNC-Gebäude durch einen Neubau zu ersetzen“, sagt Christian Klauder, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes (AGV) Remscheid und Bergisches Land. „Wir wollen ein neues Kompetenzzentrum für CNC- und Automatisierungstechnik für das Bergische Land und damit ein weiteres Leuchtturmprojekt erschaffen.“ Der hochmoderne Neubau soll noch in diesem Jahr errichtet werden. „In Betrieb nehmen wollen wir ihn spätestens im Mai 2026“, sagt BZI-Geschäftsführer Alexander Lampe. Bauherr ist der AGV, auf dessen Grundstück am BZI-Gelände die Maschinenhalle entstehen soll. „Bislang befindet sich dort ein Parkplatz und damit eine der wenigen Flächen in unserem Eigentum, die noch bebaut werden können“, erklärt Klauder. Die zehn großen CNC-Maschinen des BZI sind bislang in einem anderen Gebäude untergebracht. „Dort gibt es großen Renovierungsbedarf“, sagt Klauder. In der Diskussion mit dem BZI sei schnell klar geworden: „Das Geld ist besser in einem Neubau investiert.“ Zumal das alte Gebäude räumlich und logistisch an seine Grenzen stößt: „CNCWerkzeugmaschinen werden immer größer und komplexer“, erklärt BZI-Geschäftsführer Lampe. Schon jetzt müsse man immer erst andere Maschinen rausräumen, bevor eine neue Anlage ins Haus gebracht werden kann. Der 650 Quadratmeter große Neubau hat diese Probleme nicht. Mit seiner riesigen Glasfront soll er den CNC-Werkzeugmaschinen zudem eine Bühne bieten: „Wir wollen die modernen Maschinen von der Straße aus wie in einem Showroom sichtbar machen“, sagt Klauder. „Die Menschen sollen sehen, wie attraktiv die Industrie ist.“ Zum Konzept gehören auch Büros und Schulungsräume im Obergeschoss des Gebäudes. Heute Parkplatz, morgen CNC-Halle: Der AGV will den hochmodernen Werkzeugmaschinen des BZI eine neue Heimat geben. Der geplante Neubau (Visualisierung rechts) wird eine große Glasfront haben.
16 Pressesplitter
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18 Online-Angebot modernisiert Hohen Nutzwert bietet der Arbeitgeberverband Remscheid und Bergisches Land auch online: Auf dem neuen LinkedIn-Kanal finden sich Tipps und Informationen für Entscheider und Multiplikatoren. Die Website wurde optisch und inhaltlich neu und noch bedienerfreundlicher konzipiert. Sie bietet nun unter anderem auch laufend aktualisierte Wirtschaftsnews sowie Informationen zur aktuellen Rechtsprechung. Neu ist zudem ein Tool zur Schichtplangestaltung. Es ermöglicht Mitgliedsfirmen, leicht und unkompliziert Schichtpläne als Grundlage zur weiteren gemeinsamen Optimierung betrieblicher Abläufe zu entwerfen. Alles natürlich mit dem neuen Namen und Logo des Verbandes. agv-rs.de
arbeitgeberverband remscheid und bergisches land 19 ORGANISATIONSSTRUKTUR DES VERBANDES (Stand: 31.12.2024) Vorstand des Verbandes Dr. Roman Diederichs Vorsitzender Karl Diederichs GmbH & Co. KG Stahl-, Walz- und Hammerwerk Dr. Marcus Jankowski Schatzmeister und stellvertretender Vorsitzender Robert Röntgen GmbH & Co. KG Jan Peter Arnz stellvertretender Vorsitzender Arnz Flott GmbH Werkzeugmaschinen Dipl.-Ing. Michael Pott stellvertretender Vorsitzender A+N | Pott GmbH Julia Broy stellvertretende Vorsitzende SOLIDA-Werk Werkzeugtechnik GmbH & Co. KG Ehrenvorsitzender des Verbandes Max Wilhelm Schenck Ehrenmitglieder des Verbandes Joachim Ohler Alexander Holthaus Markus Heynen Fachgruppe Metall: Fachgruppenvorstand Dr. Roman Diederichs Vorsitzender Karl Diederichs GmbH & Co. KG Stahl-, Walz- und Hammerwerk Matthias Hoffmann stellvertretender Vorsitzender HAZET-Werk GmbH & Co. KG Tarifpolitischer Beirat Dr. Roman Diederichs Karl Diederichs GmbH & Co. KG Stahl-, Walz- und Hammerwerk Christoph Kappel A.MANNESMANN Maschinenfabrik GmbH Christoph Pauly GKN Powder Metallurgy GmbH Matthias Hoffmann HAZET-Werk GmbH & Co. KG Erol Varol Vaillant GmbH Geschäftsführung Christian Klauder Geschäftsführer Anke Hippele stellvertretende Geschäftsführerin
Der Arbeitgeberverband Remscheid und Bergisches Land e. V. (AGV) ist Ratgeber und Unterstützer für die Unternehmen in der Region. Unser Team weiß, welche Themen den Betrieben im Bergischen unter den Nägeln brennen – ob es sich um Fragen zum Arbeits- und Sozialrecht handelt, um Tarifrecht, Arbeits- und Betriebsorganisation, Arbeitszeit und Entgeltgestaltung oder um Aus- und Weiterbildung. Unsere Rechtsanwälte beraten die Unternehmen und erarbeiten gemeinsam mit ihnen passgenaue Lösungen. Zudem sind wir Ansprechpartner bei allen Anliegen rund um politische Entscheidungen und Gesetze sowie in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Nicht zuletzt organisieren und unterstützen wir einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen. Dazu dienen beispielsweise Arbeitskreise und Fachgruppen zu Themen wie etwa Arbeitsrecht, Entgelt, Fachkräftesicherung, Standortpolitik oder Arbeitszeitgestaltung. Hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen, auf denen Best-Practice-Beispiele und neue Entwicklungen vorgestellt werden. Zusätzlich ermöglicht es die Kooperation mit unseren Dienstleistungspartnern BZI (Berufsbildungszentrum der Industrie) und BAZ (Betriebsarztzentrum) Bergisches Land, Mitgliedsunternehmen ein umfassendes und qualitativ hochwertiges Dienstleistungsangebot zur Verfügung zu stellen. Bei allem sind wir fest verankert in einem leistungsfähigen Verbände-Netzwerk in Land, Bund und auf europäischer Ebene. Damit haben unsere Mitglieder Zugriff auf das Know-how und die Erfahrung vieler Hundert Fachjuristen, Verbandsingenieure, Experten für Wirtschafts-, Umwelt- und Bildungspolitik sowie Wissenschaftler. Unsere satzungsgemäße Zuständigkeit erstreckt sich neben Remscheid auch auf die Städte Hückeswagen, Wermelskirchen und Radevormwald. Der Verband betreut somit Unternehmen in einer industriellen Kernregion von über 250 Quadratkilometern. Der Arbeitgeberverband Starker Partner für Betriebe Elberfelder Straße 77 42853 Remscheid www.agv-rs.de
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