AGV Remscheid Jahresbericht 2024

„Selbstverständlich ist das nicht“, freut sich Sebastian Baudisch über die Chance seines Berufslebens: Seit Oktober 2023 nimmt der Produktionshelfer im HAZETWerk an einer berufsbegleitenden Qualifizierung im Berufsbildungszentrum der Metall- und Elektro-Industrie (BZI) teil. Davon erhofft sich der 30-Jährige ordentlichen Schub für seinen weiteren Berufsweg. „Wenn das geschafft ist, habe ich endlich eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Tasche, kann auch in der Firma vorankommen.“ Finanzierung durch den Arbeitgeber-Verband Baudischs Arbeitgeber, HAZET, ist Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeber-Verbands Remscheid (AGV), der als Gesellschafter und wichtiger Mitfinanzierer des BZI dessen vielfältige Qualifizierungs-Kurse und -Maßnahmen erst möglichmacht. „Ein solch starkes Angebot gibt es in diesemUmfang und auf so hohemNiveau imBergischen Land und darüber hinaus sonst nicht“, betont AGV-Geschäftsführer Christian Klauder. „Das ist gerade in Zeiten des Mangels an Arbeits- und Fachkräften eine wichtige Leistung des Verbands für die Firmen in unserer Region.“ Die ersehnte Chance, beruflich voranzukommen Was das konkret bedeutet, zeigt sich im Fall von Sebastian Baudisch beispielhaft. Im Jahr 2015 hatte er – zunächst als Leihkraft – seine Tätigkeit angefangen in der CNC-Abteilung des Remscheider Familienunternehmens, das hochwertige Werkzeuge entwickelt und herstellt – und seit 1868 für Zuverlässigkeit, Qualität und Innovation „made in Germany“ steht. Weil sich die Maschinen, die Baudisch bedient, technologisch fortentwickeln und berufliches Know-how immer wichtiger wird, war ihm bald klar: „Auch ich muss fachlich vorankommen.“ Die Möglichkeit erhielt er, als sein Chef auf ihn zukam und fragte, ob er die Qualifizierungschance imBZI nutzenmöchte. „Und natürlichwollte ich das“, erinnert er sich freudestrahlend. Auch wenn ihm klar war, dass man dabei nichts geschenkt bekommt, zögerte er nicht, ja zu sagen: „Diese Gelegenheit gibt es wohl nicht noch einmal.“ „Ohne Ausbildungs-Abschluss steht man schlecht da“ Zunächst einmal bedeutet das: 15 Monate Werkstoffkunde oder Mathe büffeln, Tests schreiben, drehen und fräsen sowie andere praktische Übungen in der BZI-Werkstatt. Jeden Monat geht es dazu eine Woche ins Berufsbildungszentrum, zweimal auch samstags. Immer wieder heißt das auch Freizeit opfern. Anfang 2025 steht dann die Abschlussprüfung zur Fachkraft Metalltechnik bei der IHK auf dem Plan, ein allgemein anerkanntes, vollwertiges Zertifikat. „Man muss schon Lust dazu haben und sichwieder zum Lernen aufraffen – aber ich kann das jedem nur empfehlen“, sagt Sebastian Baudisch. „Ohne Ausbildungs-Abschluss steht man auf längere Sicht jedenfalls schlecht da, was gerade manche Jüngere allerdings noch nicht richtig erkennen.“ Das kann Alim Erarslan, ebenfalls Maschinenbediener bei HAZET und mit seinem Kollegen vom Unternehmen zur Fortbildung ans BZI „entsandt“, nur unterstreichen: „Das ist eine Top-Chance für mich – aber es ist auch eine Riesen-Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen.“ Das gilt erst recht, da er Familienvater mit zwei Teenager-Kindern ist. Nach zehn Jahren Firmenzugehörigkeit will Alim Erarslan jetzt also beruflich endlich einen großen Schritt vorwärts machen. „ZumGlück habe ich die volle Rückendeckung meiner Frau, die als Erzieherin arbeitet“, sagt der 39-Jährige und freut sich: „Ich könnte ihr jeden Tag Blumen bringen!“ Der Qualifizierungsbedarf steigt stark – gerade auch für Angelernte Ähnlich wie den beiden HAZET-Mitarbeitern geht es im Bergischen Land rund 10 Prozent der Beschäftigten –weil sie entweder angelernt sind oder ihre Ausbildung schon länger zurückliegt. „Entsprechend groß und drängend Arbeitgeber-Verband von Remscheid und umgebung 5 Berufsbegleitende Qualifizierung Vorteil für Betriebe und Beschäftigte Modern: Das BZI wurde in den letzten Jahren aufwendig erneuert.

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